Zum vorletzten Mannschaftskampf dieser Saison ging es für uns zur ersten Mannschaft der SF Fürth. Überraschenderweise, trotz einer nominell sehr starken Truppe, waren sie lediglich auf Platz 7 und nicht einmal der Klassenerhalt war sicher. Nicht, dass das irgendwas heißen würde – wir machten ja sowieso was wir wollten oder viel mehr nicht wollten… 🙂
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Wir traten fast in Bestbesetzung an – für Alexander Kittler hatte Kristin Braun ihren dritten Einsatz. Als wir die Aufstellung der Gegner sahen, traf uns fast der Schlag. Während sie die ersten 7 Runden quasi immer ohne Brett 2 und 3 gespielt haben, so traten sie gegen uns einfach mal mit 1-8 an und einem Schnitt von 1900 DWZ an. Und waren damit unser saisonstärkster Gegner – Pustekuchen mit “Eventueller Absteiger”. Wir waren folglich mehr als einfach nur gewarnt.
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Jedoch sollte an diesem Tag endlich mal einfach alles laufen, ohne größere Probleme. Den Anfang machten Sebastian Kraus und Kristin an den Brettern 3 und 8. Seba wählte gegen den gegnerischen Aufbau wie gewohnt die spanische Variante und kam früh zu positionellem Vorteil per Fesselung. Groß waren die Äuglein, als der Gegner die Fesselung praktisch ignorierte und eine Qualität spuckte. Und auch so einfach nicht wirklich gut stand… Kristin hingegen hatte einen Gegner, welcher irritierend schnell spielte (für Kristin eine Spur zu irritierend) und auch bei einer entscheidenden taktischen Gelegenheit lieber schnell spielte anstatt tief zu rechnen. Da gewann Kristin eben einen Bauern. Sehr charmant.
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Auch bei Martin an Brett 1 war das taktische Gemetzel groß. Im Königsinder griff der Gegner nach Herzenslust an, ohne Rücksicht auf Verluste. Das war wörtlich zu nehmen – wer braucht schon Material. Und auch wenn es optisch sehr eng aussah, Martin umschiffte alle Klippen und nahm alles mit – und verteidigte sich. Nachdem sich der Rauch verzogen hatte, standen wir mit mit einem sehr großen Materialvorteil da – guggte sich der Gegner nicht mehr an. Nachdem kurz vorher auch Seba dank eines hübschen Springermatts und Kristin taktisch mit einem Figurengewinn gewannen, waren wir nach ca. 2,5 Stunden 3:0 vorne. Ui.
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Gut, treue Leser wissen – dat muss nix heißen. Gegen die SG Ansbach/Bad Windsheim lagen wir auch mit 3:0 vorne und mussten noch sehr lange zittern (112 Züge und 6 Stunden, um genau zu sein…).
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Das wollten wir auf gar keinen Fall wiederholen – und das gelang: Dennis Adelhütte an Brett 2 und Thomas Roß an Brett 4 erzielten beide sehr souveräne Remis in ausgeglichenen Stellungen. Beide hatten in ihren Partien gefühlt die Finger am Abzug (gut, das klingt etwas dramatisch) – die Endstellungen waren beide knetwürdig, Dennis schnürte seinen Gegner am Damenflügel in einem geschlossenen Sizilianer ein und Thomas hatte eine “Thomas-Roß-Knetstellung-bis-der-Gegner-zuckt”. Da auch Sandra Roß an Brett 7 – mehr zähneknirschend nach sehr guter Partie, aber sehr wenig Zeit – ins Remis einwilligte, stand der Sieg völlig ungewohnt und fast schon verblüffend nach gerade mal 3 Stunden fest. Und das gegen nominell gleich starke Gegner… 4,5:1,5!
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Es spielten noch Dominik Bachhuber an Brett 5 und Dr. Reinmar Killmann an Brett 6. Bei Reinmar wollte es diese Saison einfach nicht laufen, egal ob mit mehr Risiko oder weniger Risiko. Nun hatte er in dieser Partie eine sehr ruhige Skandinavische Variante am Brett in der früh Damen getauscht wurden. Reinmar stand ein bisschen gedrückt und beim Versuch, sich zu befreien, wurde noch viel mehr getauscht. Leider übersah er dabei, dass der gegnerische Turm auf der 7. Reihe eindringen konnte und er geriet in ein schwieriges Turmendspiel.
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Es dauerte auch nicht lange bis – dank der immer noch gedrückten Stellung – ein T+2B gegen T-Endspiel entstand – und dann auch noch gegen zwei verbundene Freibauern auf der g- und h-Linie. Doch Reinmar wäre nicht Reinmar, wären Endspiele nicht seine Spezialität. Tatsächlich ist es nicht völlig trivial mit diesen beiden Freibauern nicht aus Versehen in eine Pattsituation zu geraten und als der Gegner nicht aufpasste, ergriff Reinmar seine Chance und rettete sich ins Remis!
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Blieb da noch unser Kämpfer, Dominik. Seit langem mal wieder mit 1.e4 agierend musste er gegen Caro-Kann (1.c6) ran. In einer relativ ruhigen Variante baute sich Domi nicht ganz optimal auf und wollte mit g4!? Spannung erzeugen. Das ging leider ein bisschen nach hinten los und nach allen taktischen und wirren Zeitverwirrungen kam Domi mit T+L gegen Dame in einem schwierigen Endspiel raus.
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Nicht viel später hatte Domi einen Freibauern gegen sich und spuckte seinen Turm. Dann wurde es völlig verrückt – beide hatten noch drei Freibauern und es sah tatsächlich optisch so aus, als ob Domi trotz gegnerischer Dame mindestens einen Bauern durchkriegen würde und das ganze noch halten könnte. Die Audienz täuschte sich, die Engine gab dem Gegner recht – und Domi musste sein Endspiel schlussendlich aufgeben.
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Endstand: 5:3!
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Trotz des relativ knappen Ergebnisses war der Mannschaftskampf sehr souverän. War damit der Knoten geplatzt? Nun,  selbst wenn, leider zu spät – Heilsbronn holte sich gegen SW Nürnberg Süd einen knappen 4,5:3,5-Sieg und ist damit bereits eine Runde vor Schluss endgültig aufgestiegen. 3 Punkte Vorsprung sprechen hier eine klare Sprache und wir müssen neidlos (oder so 🙂 ) anerkennen, dass wir diese Saison den Kürzeren gezogen haben. Herzlichen Glückwunsch an die Heilsbronner! Wir sehen uns dann in zwei Jahren in der B… 🙂
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Nun bleibt nur noch, die Saison gegen den SK Dinkelsbühl erfolgreich zu beenden – für uns geht es nun um nichts mehr, schön wäre es aber trotzdem, die Saison auf dem 2. Platz zu beenden. Und auch wenn Dinkelsbühl bereits als Absteiger feststeht – sie haben in Runde 8 ihren ersten Sieg gegen die SG Büchenbach/Roth geholt (einen höheren als wir…), wir sind also gewarnt.

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Kategorien: Mannschaften