Nach dem verlorenen Mannschaftskampf gegen Cadolzburg – und mittlerweile stattlichem Rückstand von drei Mannschaftspunkten und zwei Mannschaftspunkten auf Heilsbronn bzw. Cadolzburg – sah es in Sachen „Aufstieg“ mittlerweile zappenduster aus. Nun mussten wir auf sehr viel Schützenhilfe hoffen – und erst mal unsere eigenen Hausaufgaben erledigen, mit SC Ansbach/Bad Windsheim I, SF Fürth I und SK Dinkelsbühl I als Restprogramm waren drei Siege alles andere als selbstverständlich, gerade nach der bisher gezeigten Leistung.
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In der 7. Runde ging es gegen die Ansbacher bzw. Bad Windsheim – ihrerseits auf 2 in der Liga gesetzt und mit einen Punkt Vorsprung auf Platz 3 liegend. Für sie sah es in Sachen Aufstieg ähnlich aus wie für uns – vielleicht erklärt das die Aufstellung: 2, 4, 6, 8, 10, 11, 12, 13 und damit im Schnitt 100 Punkte schwächer als wir in Topbesetzung.
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Tatsächlich ging der Kampf auch sehr gut los – gerade die vorderen Bretter schienen heute einen guten Tag erwischt zu haben. Martin Killmann holte am Spitzenbrett einen Blitztreffer und sorgte für eine frühe Führung. Sein Gegner, dafür bekannt quasi ausschließlich auf die Bedenkzeit der Gegner zu überlegen, spielte mit 1.d4 d5 2.Lg5!? die Eröffnung, die er auch letztes Jahr gegen Dennis wählte.
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Martin hatte sich aber schon einmal gegen Süd mit dieser Variante auseinandergesetzt und wusste bestens Bescheid. Ziemlich schnell ging es in ein Mittelspiel mit Mehrbauern, was auf den ersten Blick zumindest unklar erschien. Martin wusste aber praktisch die ganze Zeit, was er tut und obwohl der Sieg wohl nicht ganz so souverän war, wie gedacht, sperrte er einen Läufer ein und gewann souverän das entstandene Endspiel. 1:0 nach 90 Minuten!
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Nun lag es an den anderen, diesen Vorsprung nicht zu verspielen. Während es bei Thomas Roß an Brett 5 im Mittelspiel mit zwei langen Rochaden wild zu ging, hatte Dominik Bachhuber an Brett 6 nach einem Bauerneinsteller in der Eröffnung seine liebe Müh und Not, Gegenspiel zu erzeugen und ging dabei, wie üblich, aufs Ganze. Auch Dr. Reinmar Killmann an Brett 7 machte sich daran, gegen den gegnerischen 1.c4-Aufbau mit viel Rums anzutreten und es sah zwischendurch optisch schon nach Materialgewinn aus.
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Sandra Roß spielte auf Brett 8 ihr übliches Manövrierspiel. Sebastian Kraus wählte an Brett 4 gegen den gegnerischen Sizilianer den Rossolimo-Aufbau (1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5!?) und nicht die Hauptvariante (Verfolger der Weltmeisterschaft wissen, dass Rossolimo unter Umständen eine Generalüberholung braucht…) – vielleicht war er deswegen mit seiner Stellung nicht ganz so glücklich…
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Dennis Adelhütte spielte an Brett 2 gegen den gegnerischen Semi-Slaven aggressiv mit Dc2 und g4!?, während es bei Alexander Kittler an Brett 3 nach einigen Zügen ziemlich verrückt aussah – 6 isolierte Bauern auf der Habenseite, dafür Läuferpaar gegen Springerpaar…
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Im Endeffekt also nur eins, was klar war: das nix klar ist, auch mit dem 1:0-Vorsprung. Lange Zeit passierte nun punktetechnisch auch gar nichts mehr – und dann wieder alles auf einmal.
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Sebas Stellung war nach wie vor unklar, als der Gegner sich dazu entschied, seinen Läufer gegen einen Springer tauschen zu lassen und dafür einen isolierten e-Bauer erhielt sowie einen leicht anfälligen König. Als Seba auf der 7. Reihe einbrach wurde die Lage für Schwarz zunehmend komplizierter. Auf Dauer war der Druck auf die Stellung zu viel und der Gegner verlor eine Figur und damit die Partie – 2:0!
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Nun dauerte es nochmal eine gefühlte Ewigkeit, bis das dritte Ergebnis feststand; erst nach knappen 4 Stunden. Dennis gewann in der ersten Zeitnotphase dank einer Gabel mit der Dame in schon guter Stellung einen Bauern und stand eigentlich praktisch auf Gewinn. Lediglich ein eigener Bauer wurde schwach und in knapper Bedenkzeit dachte Dennis an mehreren Stellen taktischen Unfug zusammen – und musste sich am Ende ein bisschen verbiegen, um den Bauern zu erhalten.
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Nach der Zeitnotphase dann die Erkenntnis, dass man sich praktisch nicht mehr bewegen könne, ohne einen Bauern zu spucken. Dann gab es da ein forciertes Dauerschach – und da Reinmar zu diesem Zeitpunkt eine Qualität mehr hatte und Alex ein gewonnenes Endspiel auf dem Brett hatte, ging Dennis kein Risiko ein und gab das Dauerschach. 2,5:0,5!
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Nun war Thomas an der Reihe – leider nicht zu unseren Gunsten. Beim Gemetzel mit dem Gegner ging eine Figur flöten und auch wenn Thomas es schaffte, sich in ein Damenendspiel mit lediglich einem Minusbauern zu retten, war im Endeffekt trotz aller Versuche die Partie futsch. 2,5:1,5!
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Alex selbst war sich, bevor sein Endspiel gewonnen war, alles andere als sicher, ob das Ding zu gewinnen ist. Seine inneren Zweifel waren allerdings unberechtigt und der Sieg souverän – feine Endspieltechnik, die das Jugendtraining so mit sich bringt… 🙂  3,5:1,5!
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Nun brauchten wir also (es war mittlerweile knapp 18:45 Uhr) zu später Stunde noch einen Brettpunkt. Domis Stellung sah ziemlich hoffnungslos aus (und war es auch, von -3 bis -20 war alles mal dabei…), Sandra hatte in einem Turmendspiel einen Bauern weniger und Reinmar hatte nach wie vor seine Mehrqualität, geriet jedoch mächtig unter Druck. Da Sandras Endspiel aber haltbar aussah und Domis Gegner seinen Vorteil nicht wirklich ummünzen konnte, sah es doch nach einem Sieg aus. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben…
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Dominiks Gegner schaffte es doch nach über 5 Stunden Spielzeit, die Bauern laufen zu lassen und Domi gab ein Schach hier, ein Schach da. In beidseitiger Zeitnot räumte der Gegner dann noch den gesamten Königsflügel ab, dafür hatte Domi aber auf einmal einen Pseudoangriff. Der war aber mehr nach dem Motto „Bellende Hunde beißen nicht“ und wenn man halbsichtig agiert, hat man einen Haufen Bauern mehr und nichts zu befürchten. Doch dann hatte der Gegner Angst vor dem bellenden Hund und der Zeit – dreifache Stellungswiederholung! Und damit Remis – 4:2!
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Nach diesem mittelschweren Wunder musste nur noch ein halber Brettpunkt her. Reinmar entschied sich, die Qualität zurückzuopfern und fand sich in einem Schwerfigurenendspiel mit Minusbauern wieder – und haarsträubender beidseitiger Zeitnot. Nach einem Damentausch flog hier ein weiterer Bauer davon und das entstandene Turmendspiel war glatt verloren (zwei verbundene Freibauern sind doof). Am Ende fiel dann die Zeit – 4:3! Schade, Reinmar, die Qualität hatte er nach sich nach einem Bauernverlust mit einem Gegenangriff sauber herausgespielt.
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Nun lag alles an Sandra. Sie war sich ihrer Sache auch sehr sicher, bloß verdudelte sie dann den praktisch sicheren Remisweg und machte es nochmal spannend. Es sah dann tatsächlich noch nach einer Niederlage aus, jedoch spielte der Gegner an den falschen Stellen eine Idee zu schnell und ließ Sandra wieder ins Spiel. Als nur noch ein Bauer übrig war, war Sandras König eigentlich abgeschnitten – aber auch hier agierte der Gegner ein wenig zu schnell und auf einmal war Sandra wieder vorm Bauern. Das war dann doch ein glattes Remis, was sich der Gegner nicht lange zeigen ließ – nach 112 Zügen war der Sack zu. 4,5:3,5 und damit ein knapper Sieg!
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Uff, Doppeluff, Dreifachuff. Ein knapper, spannender Mannschaftskampf, der auch locker hätte anders ausgehen können – Domi hätte nicht Remis halten können, dafür hätte Dennis wohl gewinnen können…. Unklar, was da jetzt verdient ist.
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Seis drum, Hausaufgaben erledigt! Wie sah es nun bei der Konkurrenz aus? Große Äuglein machten wir – Cadolzburg unterlag Bubenreuth knapp mit 3,5:4,5 und damit waren wir mit Cadolzburg von den Mannschaftspunkten her gleichgezogen. Überhaupt entwickelt sich Bubenreuth zum Schreckgespenst der Liga – bisher als einzige Heilsbronn einen Punkt abgenommen und Cadolzburg geschlagen. Gut, dass wir von so was in der ersten Runde nichts ahnten und 7:1 gewannen….
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Heilsbronn selbst setzte sich dafür gegen Büchenbach/Roth II mit 5:3 durch und rennt mit 3 Mannschaftspunkten Vorsprung sowohl Cadolzburg als auch uns davon. Nun müssen wir SW Nürnberg Süd ganz dolle die Daumen drücken, dass sie die Überraschung schaffen und Heilsbronn ein Schnippchen schlagen… aber bevor wir das tun, gilt wieder: eigene Hausaufgaben erledigen! Am nächsten Sonntag geht es gegen die SF Fürth, welche überraschend auf Platz 7 liegen. Das muss aber gar nix heißen….
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Nun nur noch zwei mal: Auf gehts!

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Tabelle                     Einzelstatistik      
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Letzter Spieltag                     Bericht Gegner
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Kategorien: Mannschaften

1 Kommentar

Das ungeahnte Talent der Talente · 03/04/2019 um 0:35

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