Zur 5. Runde lagen wir nicht hoffnungslos auf Platz 3, aber doch gleich hinter 2 Mannschaften mit weißer Weste. Da wir gegen eine davon, namentlich SW Nürnberg Süd IV, bereits unterlagen, sollten wir das gleiche wohl nicht gegen die SG Ansbach/Bad Windsheim tun. Und im Bestfall gewinnen. Yes, das wäre nett. Also, auf gehts!
     
Mit unserer TOP8 traten wir gegen die Quasi-Top-Besetzung der Ansbacher an (lediglich Brett 3, welcher noch nie zum Einsatz kam, zeigte sich wieder nicht). Nominell waren die Mannschaften praktisch gleichauf, nur vorne hatten wir ein nominelles Übergewicht (sowohl Martin an Brett 1 als auch Dennis an Brett 2 haben über 100 DWZ-Punkte mehr auf dem Konto).
    
Das muss ja aber auch gar nix heißen und die Ansbacher präsentierten sich als eine Mannschaft mit „wilder“ Aufstellung – zum Beispiel mit Jürgen Zollstab als einzigem 2000er der Mannschaft auf Brett 4. Bekannt als ein Blitzer (grundsätzlich mehr Zeit am Ende als am Anfang) denkt er praktisch nur auf die Zeit seines Gegners nach, was nun doch eher ungewöhnlich ist.  Sebastian Kraus war darauf aber bestens vorbereitet und spielte gegen das gegnerische 1. d4 d5 2.Lg5!? einfach mal c5 und hielt sich an die Standardregeln der Eröffnung: Zentrum besetzen, Figuren raus, rochieren. Das allein reichte, um ordentlich Druck auszuüben und er stellte eine Drohung nach der nächsten auf. Es kam, wie es kommen musste – Schachfreund Zollstab spielte zu schnell, schlug einen vergifteten Bauer und war prompt per Spieß die Dame los. Der Läufer im Tausch war nur ein schwacher Trost und nach ein paar weiteren Verzweiflungszügen sackte Seba den ganzen Punkt ein – 1:0, die Führung war da!
   
Beim Anblick der übrigen Stellungen konnte man verhalten optimistisch sein – bei Dr. Reinmar Killmann an Brett 6, Dominik Bachhuber an Brett 7 und Sandra Roß an Brett 8 sah es ausgeglichen aus, Kristin Braun beantwortete den Caro-Kann des Gegners mit f3!? und hatte eine „Kristin-Braun-Alles-Auf-Angriff-Stellung” am Brett. Alex Kittler erspielte sich an Brett 3 wie Martin Killmann an Brett 1 eine positionell bessere Stellung – Martin sogar mit Mehrbauern. Bei Dennis Adelhütte opferte der Gegner an Brett 2 fast aus dem nichts eine Figur rein. Verhalten optimistisch sein – vor allem, weil Dennis die Figur für einen Bauern am Ende praktisch einfach mitnahm, als der Gegner das mögliche Dauerschach nicht gab und obendrein Damen getauscht wurden.
      
Noch war aber überhaupt nichts entschieden – Kristins Gegner zeigte, wieso er bisher 4/4 hatte – kaum war der Angriff verpufft, konterte er Kristin gnadenlos aus und ihr König wurde das Opfer des Läuferpaares und des Turmpaares. Mit mangelnder Entwicklung war es dann schnell rum – 1:1, der Ausgleich.
    
Dann passierte sehr lange nichts – bei Domi sah es mittlerweile sehr nach einem Remis aus, als sich mehr oder minder alles abtauschte, auch wenn sein Gegner eine Idee mehr Druck hatte. Dafür sah es aus, als ob Dennis die Führung wiederherstellen konnte, Mehrfigur ist Mehrfigur und die Queen fing an, ein Mattnetz zu spinnen. Es sollte jedoch die Saison einfach nicht so laufen, wie es soll – erst gekonnt allen Fallen ausgewichen, übersah Dennis dann doch einen Einschlag und schwupps standen auf einmal statt einer Mehrfigur zwei Minusbauern zu Buche. Damit war das Endspiel natürlich sofort verloren und trotz ein bisschen Gewehre war die Sache recht schnell entschieden – das völlig unnötige 1:2!
    
Nun standen wir damit aber Gott sei Dank nicht mit dem Rücken zur Wand – bei Domi sah es (trotz mittlerweile einem Minusbauern) immer noch nach Remis aus und alle anderen standen (z.T. klar) besser. Gerade Sandra machte von Anfang an Druck auf die Königsstellung ihres Gegners und ihre Dame brachte ordentlich Probleme mit sich. Gegen Ende brach sie auch mit ihrem Türmen in die gegnerische Stellung ein und schwupps, war ein hübsches Mattnetz gesponnen. Aus dem kam man auch nicht mehr raus – und damit das 2:2!
   
Na also, es ging doch. Auch Reinmar stand mittlerweile positionell mit Mehrbauern klar besser, Alex wickelte in ein sehr gutes Bauernendspiel ab und Martin erhöhte den Druck auch hin zu einer klar gewonnenen Stellung. Auch bei Dominik wurde die Sache immer klarer und als der Gegner seine Opferchance verpasste, war die Stellung auch hier einfach Remis. Das wurde dann auch gegeben – 2,5:2,5.
    
Damit noch 3 Partien und 3 sehr gute Stellungen – eine Traumsituation. Aber man soll den Tage ja nie vor dem Abend loben… so war zunächst bei Alex das Bauernendspiel nicht ganz so einfach gewonnen wie gedacht. Im Endeffekt war es zwar gewonnen, aber nur im richtigen Moment – der wurde verpasst und damit war es einfach Remis. Blubb. 3:3!
    
Nun mussten eigentlich nur noch die Killmänner aus ihren klar besseren Endspielen 1,5 Punkte zaubern. Reinmar hatte mittlerweile ein klar gewonnenes Turmendspiel mit x Mehrbauern und Martins Gegner opferte für Gegenspiel eine Figur, was aber auch eher eine Verzweiflungstat war. Damit war der Mannschaftskampf eigentlich gegessen…
    
…aber man soll das Fell des Bären ja nicht verteilen, bevor man den Bären erlegt hat – Reinmar zog sein Endspiel zwar durch, jedoch hatte Martin einen Blackout und übersah mit seiner Mehrfigur einen Spieß – und prompt war das Endspiel mit Minusbauer überhaupt nicht mehr so schön und statt „Sack zu machen“ war nun „Remis halten, mit Gewalt“ angesagt, um das 4:3 zu einem 4,5:3,5 zu machen. Das war leider gar nicht so einfach. Und schneller als es uns lieb war, war das Ding sogar verloren. Trotz einigem Gezaubere und schönen Tricks schaffte es der Gegner in haarsträubender Zeitnot, das Endspiel durchzudrücken und wir mussten eine Niederlage an Brett 1 einstecken. Damit der Endstand: 4:4!
      
Eine mehr als unnötige Punkteteilung, hatten wir doch sowohl an Brett 1 und 2 eine fast glatte Mehrfigur vorzuweisen. Da Nürnberg Süd gegen Fürth verlor, wären wir mit einem Sieg auch noch Tabellenführer gewesen…
    
Entschieden war aber natürlich noch nichts – wir blieben auf Rang 3, aber es waren noch 4 Runden übrig. Weiter ging es dann in Runde 6 gegen das Schlusslicht der Liga, SK Dombühl, während die beiden Erstplatzierten Süd und Ansbach gegeneinander antraten…
   
   
   

   
   
   
   
Ligamanager                 Erste Mannschaft 
   
   
   
   
   
   


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