Nach unserem zugegebenermaßen knappen aber souveränen Sieg zum Auftakt ging es in Runde 2 gegen den Mitaufsteiger aus der B2b, die Dritte von SW Nürnberg Süd, die in der ersten Runde stark ersatzgeschwächt gegen den SK Neumarkt unter die Räder kam. Gegen Süd hatten wir in der Vergangenheit doch immer etwas größere Problemchen und die letzte Begegnung gegen Süd IV in der B2 hätte den vorzeitigen Nicht-Aufstieg bedeuten können (the drama was real…). Aber ging ja alles gut – würde es das in dieser Saison wieder tun? Dank der Schwierigkeiten, die eine Corona-Saison so mit sich bringt, musste Süd die Dritte und Vierte zu einer Mannschaft zusammenlegen und so trafen wir viele alte Bekannte wieder (YAY! Oder so). Na das konnte ja nur was werden…
    
Ähnlich wie in Runde 1 mussten die Süder wieder auf Ersatz zugreifen und auch leider wieder zu siebt antreten. Also “leider”, denn über eine kampflose 1:0-Führung freut man sich ja dann doch. Gut, wenn man Alex heißt, der wie ein Blöder abgehetzt extra nach Nürnberg fährt und dann auch noch “umsonst”, dann vielleicht nicht. Aber der Rest freut sich. Oder so. Vor allem da wir an keinem Brett nominelle Außenseiter waren. Yay!
      
…nix mit yay, denn DWZ ist DWZ und Corona ist Corona und die Action passiert am Brett und nirgendwo sonst. Kristin und Dennis erspielten sich an den Brettern 5 und 4 jeweils gute Stellungen aus der Eröffnung (Kristin gegen einen Skandinavier, Dennis in einem b3-Meraner) und auch Dominik war an Brett 6 mit seiner Behandlung des “Lb5+ gegen Sizilianisch” grundsätzlich zufrieden. 
    
Weniger entspannt ging es an unseren Flanken zu: Martin an Brett 1 und Sandra an Brett 8 mussten sich im Damengambit bzw. im Orang-Utan (1.b4?!)  mit ziemlich wilden Stellungen herumschlagen (beim einen kam der ganze Damenflügel angerannt, bei der anderen ergab alles und nichts Sinn. Oder so). Bei Thomas an Brett 7 war alles üblich geschlossen in einem geschlossenen Sizilianer (pun intended). Und bei Seba an Brett 2? In einer gegnerischen Doppelfiancetto-Eröffnung wählte er mit einem Le7-Aufbau einen grundsätzlich soliden Weg der Eröffnung, schob jedoch einen Bauern im 14. Zug eine Idee zu früh nach vorne und musste sich nach Verlust dessen mit einer ganz und gar grundsätzlich unschönen bis verlorenen Stellung herumschlagen. 
    
Wie war das ganze also zu bewerten? Eigentlich ja doch ganz gut, vor allem dank der 1:0-Führung. Ein bisschen wild hier, ein bisschen gute Stellung dort… alles gut. Well. Oder auch nicht. Sowohl Kristin als auch Dennis wussten nicht so ganz, was sie mit ihren Vorteilen eigentlich anfangen sollten und die Stellungen schwappten gefährlich nah an den Ausgleich. Auch Domis Vorteil war mehr der Natur “Und nun? Seh ich aus wie Carlsen?” (Nein, tun wir aber alle nicht). Problematisch wirds nur dann, wenn man etwas taktische Würze reinbringt, die auch voll nach hinten losgehen kann, wie hier geschehen:
     

     
Hätte unser passives Mitglied, Schachfreund Dyroff, hier im 22. Zug g3 gespielt und erst dann Sd6, statt gleich Sd6, wären große Probleme auf Domi zugekommen, da Schwarz (also Domi) kein Gegenmatt mehr drohen kann. Well, ein bisschen Glück gehört ja dazu…
     
…und manchmal auch ein bisschen mehr: Sebas Stellung wurde leider nicht wirklich bequemer und in der folgenden Stellung ließ sein Gegner eine Gewinnmöglichkeit aus:
     


      

In der gegebenen Stellung hätte schon außerordentlich viel Ärger entstehen können, wie angezeigt. 🙂 Sebas Gegner übersah die Möglichkeit dankenswerterweise, spielte Tc6 und danach war die Gefahr gebannt (Seba hatte dann auf einmal sogar einen Bauern mehr).
    
Und dann? Dann gewann auf einmal Kristin. Wus? Well, nachdem die Waage schon Richtung “Endspiel, was im Zweifel totgeknetet wird” schwankte, bot Kristins Gegner Remis. Leider stellte er genau in diesem Zug über ein Zwischenschach eine Figur ein – und gab sofort auf. Womit wir 2:0 führten. Woop! Seba gab seine theoretische Remisstellung angesichts der Führung auch Remis. 2,5:0,5. Yay!
    
Und nun kam Dennis Patzer: In komplizierter Stellung wollte Dennis etwas viel zu schnell Vorteil und der Vorteil verpuffte ein bisschen. Oder auch nicht? War einfach kompliziert. Jedenfalls stellte man dann doch ein paar Drohungen auf, die zur Folge hatten, dass Dennis mit 5 Minuten gegen gegnerische 45 Minuten auf einmal 6 Minuten gegen 5 Minuten hatte (yay, es lebe das Inkrement!). Und dann beidseitige Zeitnot. Und dann das große Gepatze, als Dennis meinte, megasmart Matt zu drohen, nur um seine Stellung positionell praktisch einzustellen (also nicht smart). Der Gegner übersah den charmanten Zug Te1 jedoch und damit hatte unser Chef-Talent doch einen gewissen Vorteil, der sich dann auch prompt in Mehrbauern und eine klar gewonnene Stellung verwandelte. Und dann auf Zeit gewonnen. Also wir. Yay! Dann gab Domi auch noch Remis in einer quasi symmetrischen Stellung und wir führten 4:1!
    
Also läuft es ja doch ganz gut. Vor allem stand Thomas mittlerweile auch zumindest optisch klar besser und auf Materialjagd (Thomas lehnte auch schon ein Remisgebot ab, sehr löblich). Dafür ließ Sandra in einem Schlaggemetzel eine Chance aus, Druck zu machen, stand aber trotzdem besser. Dann ging sie in gewohnt uncharmanter Weise auf den gegenrischen König los, tauschte aber unglücklich in knapper Zeit Damen und musste sich danach auf einmal in einem schwierigen Endspiel verteidigen (Schach ist echt ein blödes Spiel). Folglich ging auch noch ein Bauer flöten und es wurde etwas sehr viel zu eng und die Party war gegessen, leider mit schlechtem Ausgang für Sandra. Nach dem 40. Zug war das Turmendspiel nicht haltbar und sie gab im 41. Zug auf. Aufholjagd der Süder? Diese wurde von Thomas dann Gott sei Dank gleich unterbunden und er leibte sich eine Figur ein, was sich der Gegner nicht mehr zeigen ließ. Damit stand es 5:2 und der Sieg war unser!
     
Damit blieb nur noch Martins fürchterlich komplizierte Partie, welche aber zur Beruhigung der Nerven eines gewissens Mannschaftsführers nicht mehr wichtig war. Wie kam er da hin? Well, wie schon gesagt, sah er sich wildem Druck am Damenflügel ausgesetzt, den die Engine auf den ersten Blick uncharmant findet. Diese stellt aber auch fest, dass der Angriff mehr heiße Luft ist und Martin hält stand. Er geht erfolgreich zum Gegenangriff über und lässt die Luft aus besagtem Ballon raus. Der Gegenangriff wird ziemlich chaotisch, da Öffnung Königsflügel durch Qualitätsopfer (oder so). Vielleicht nicht 100% korrekt, aber trotzdem richtig, da Martins Gegner am Ende des Tages nach einem Königszug mit seinem unsicheren König die Qualli wieder spuckt und auch noch eine Figur flöten geht. Im Endspiel mit 2 Bauern gegen Läufer ist die Sache aber immer noch nicht gegessen und es wäre sogar noch ein Dauerschach drin gewesen. Erst danach war die Sache wirklich geritzt und Martin besiegelte das 6:2.
     
    
Ligamanager      Übersicht Erste

      

5 SW Nürnberg Süd 3 DWZ SC JÄKLECHEMIE 1 DWZ 2 – 6
1 1 Siegl, Adrian 2026 1 Killmann, Martin 2096 0 – 1
2 2 Luther, Helmut 1946 2 Kraus, Sebastian 2028 ½ – ½
3 3 Llugiq, Bajram 1824 3 Kittler, Alexander 2029 – – +
4 4 Rhein, Thomas 1868 4 Adelhütte, Dennis 1985 0 – 1
5 6 Körber, Thomas 1811 5 Braun, Kristin 1917 0 – 1
6 8 Dyroff, Roland 1805 6 Bachhuber, Dominik 1936 ½ – ½
7 10 Lais, Thomas 1906 7 Roß, Thomas 1906 0 – 1
8 17 Berntgen, Henri 1784 8 Roß, Sandra 1793 1 – 0
Schnitt: 1871 Schnitt: 1961  

   


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