Nach unserem klaren, dem Verlauf aber nicht ganz entsprechenden Ergebnis von 6:2 gegen die SF Fürth, konnten wir nach unserer empfindlichen Niederlage gegen SW Nürnberg Süd wieder ein wenig aufatmen. Ausrutscher durften wir uns trotzdem nicht mehr leisten – Platz 4 ist weit weg von Platz 1.
                                                                   
Den TSV Cadolzburg, momentan auf Platz 3 liegend, mussten wir dabei auf jeden Fall schlagen. Alles andere als selbstverständlich: In der Vorsaison verloren wir nach langem Kampf ein wenig unglücklich, im Endeffekt aber verdient 3:5. Wir waren also gewarnt.
    
Wir traten in Topbesetzung an – und waren schon ein wenig erleichtert, dass die Gegner nicht dasselbe taten. Ohne die Nummern 1, 3 und 7 schien die Mission “Cadolzburg schlagen” doch deutlich machbarer (im Schnitt waren wir um 160 Punkte favorisiert). Dann kam auch noch dazu, dass einer der Spieler kurzfristig erkrankt war – mit dem komfortablen 1:0-Vorsprung fühlt man sich dann nochmal sicherer. Auch wenn Kristin sicher lieber gespielt hätte… 
    
Der Mannschaftskampf selbst war dann mit den ganzen Handicaps auf Cadolzburger Seite tatsächlich recht schnell klar – sowohl Dominik an Brett 7 als auch Sandra an Brett 8 waren in ihren Matches klar favorisiert. Reinmar wählte an Brett 6 einen Abtauschfranzosen und hielt die ganze Partie von vorn bis hinten ausgeglichen – als fast alles abgetauscht war, nahm sein Gegner das Remisangebot an – 1,5:0,5.
    
Dieses Remis kam uns sehr gelegen, denn sowohl  Domi als auch Martin hatten bereits materielle Vorteile aufzuweisen – Domi gewann in einer taktischen Abwicklung per Fesselung eine Qualität, Martins Gegner verwechselte zwei Varianten und verlor einen Bauern. Während Domi, anstatt ins Endspiel zu gehen, das ganze taktisch endgültig lösen wollte, versuchte Martins Gegner im Trüben zu fischen und den Einsteller als Opfer zu verkaufen. Und obwohl das alles optisch in der Tat nicht so klar aussah, war doch recht schnell klar, dass Martin klar das Oberwasser behielt.
     
Und auch Sandra hatte ihren Gegner, nachdem sie diesen zunächst um einen Bauern erleichterte, positionell eingeschnürt und nahm ihm eine Figur ab. Nachdem der 40. Zug und damit die Zeitnot geschafft war, war es ganz einfach und Sandra gewann ihre Partie. Auch Martin bestrafte seinen Gegner maximal für das Fischen im Trüben und setzte ihn Matt – 3,5:0,5. Damit war der Mannschaftskampf praktisch vorbei – auch wenn Domi es sich doch etwas schwieriger machte als gedacht und es kurz so aussah, als ob er noch ausgetrickst werden könnte. Prompt bot Dennis Gegner an Brett 2 Remis…
     
Dennis wählte zuvor die Stonewall-Eröffnung und als sein Gegner mit frühem Sh6 eine Nebenvariante aufs Brett brachte, entwickelte sich eine ruhige Partie. Zügig bot dieser Remis, als ihm der leichte Vorteil doch ein klein wenig entglitt, was Dennis, um den Mannschaftskampf endgültig zu sichern, auch annahm. Wäre gar nicht nötig gewesen, da Domi sich kurz darauf durchsetzte – Mannschaftssieg, 5:1
    
Nun spielten noch, es war ungefähr 17 Uhr, Seba auf Brett 4 und Alex auf Brett 3. Alex zog seine Angriffskreise immer weiter um den gegnerischen König, als dieser etwas zu sehr entblößt wurde. Kurz nach dem 40. Zug ließ Alex eine taktische Möglichkeit aus – zwar war die Stellung immer noch klar gewonnen, nach einem Damentausch musste aber eben ein Endspiel gewonnen werden. Und das kann ja gelegentlich doch etwas dauern…
     
Bei Seba hingegen wurde die Partie positionell bereits im Mittelspiel kritisch – in einem Rossolimo-Sizilianer übernahm Schwarz zügig die Inititative – doof nur, dass Seba Weiß hatte. Dann konterte Seba jedoch und fesselte einen gegnerischen Springer an einen Turm. Sein Gegner fühlte sich genötigt, eine Qualität zu opfern, Seba nahm diese dann aber nicht mit. Trotzdem schaffte er es, die Partie langsam zurück zu holen. Als beide in Zeitnot kamen, unterliefen Seba aber leider taktische Fehler und die Partie glitt ihm mit Minusbauern quasi endgültig aus den Händen – im 40. Zug fiel dann auch noch die Zeit. 5:2!
    
Nun spielte nur noch Alex und mittlerweile hatte sich ein gleichfarbiges Läufernendspiel mit Mehrbauern entwickelt. Sah schon nicht ganz so einfach gewonnen aus, da müsste aber wohl etwas gehen. Dachte man. Und dachte man. Und dann dachte man es immer noch. “Inkrement sei Dank” spielten beide Kontrahenten bis zum Äußersten und Alex mochte kein Remis geben. Zurecht, aber das sollte nichts daran ändern, dass Dennis als Mannschaftsführer belächelt wurde, als er, nachdem der 100. Zug überschritten wurde, ein drittes Partieformular bereitlegte. Und er sollte recht behalten – insgesamt dauerte die Partie 129 Züge – bis Alex tatsächlich gewann! Ein Bauernvorstoß, der gefühlte 80 Züge vorher schon ging, brachte dann doch noch den Sieg ein – das (stark verspätete) 6:2 nach 6 Stunden um 20 Uhr stand fest!
     
Damit waren wir auf den 3. Platz vorgerückt. Direkt vor uns befinden sich “nur noch” mit jeweils 8:0 Mannschaftspunkten SW Nürnberg Süd IV, welche gegen den Aufsteiger aus dem Kreis Süd, dem SC Heideck-Hilpoltstein II, erfolgreich blieben und der Tabellenführer SG Ansbach/Bad Windsheim I, welche gegen die SF Fürth 5:3 gewannen.
    
Gegen die SG Ansbach/Bad W. geht es auch in der nächsten Runde – diese wird die Vorentscheidung sein. Mit einem Sieg können wir durch Brettpunkte an der SG Ansbach/Bad Windsheim vorbeiziehen und müssen dann hoffen, dass Süd gegen die SF Fürth, besagte Ansbacher oder Cadolzburg stolpert. Bevor wir aber übers Stolpern anderer nachdenken – hauen wir Ansbach/B.W. um!
    
   
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Kategorien: Mannschaften

1 Kommentar

Mittelfränkische Blitz-EM: Wilhelm qualifiziert sich für die Bayerische! · 28/01/2020 um 15:09

[…] Beweis: Desto weniger Bedenkzeit, desto besser. Highlight war, als er nach gefühlt 129 Zügen (Grüße an Alex 🙂 ) gegen den Blitzmeister der Jahre 2017, 2018 und 2019 in einem Endspiel gewann, als FM Thomas […]

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