Eigentlich sah es für unsere Dritte so gar nicht gut aus – und das von Vornherein: Eigentlich wenigstens zu siebt geplant, musste man kurzfristig wegen einem krankheitsbedingten Ausfall sogar zu sechst antreten. Und dann ging es auch noch gegen die kampferprobte Mannschaft der SF Altenfurt – aus der K3 aufgestiegen und mit dem einzigen 2000er der Liga ausgerüstet sicher kein leichter Gegner. 
          
Aber Schach gespielt wurde eben auch noch – und wen juckt da schon so ein 0:2-Rückstand? Dieser wurde flink aufgeholt – tatsächlich sehr flink, denn bereits nach 90 Minuten stand es prompt 2:2. Dafür zuständig waren an den Brettern 7 und 8 Mark Vilinski und unser neuester Neuzugang Moritz Demir, welche mit ihren Gegnern kurzerhand kurzen Prozess machten!
         
Moritz packte die spanische Variante aus (1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5) – etwas überraschend in der allerersten Turnierpartie. Der Gegner kam damit nicht wirklich zurecht und ehe er es sich versah, war Moritz eine Figur vorne! Auch wenn er ein bisschen Glück hatte, dass es keinen Konter gab und er eine Idee zu schnell spielte – ein gelungener Einstand für Moritz, der die Partie souverän zu Ende brachte. 
         
Auch Mark fegte in einem Sizilianer taktisch übers Brett – der Gegner half dabei nett mit und ließ einen Springer stehen. Das ist natürlich charmant, aber ein Sizilianer ist kompliziert. Der Gegner versuchte, Chaos zu verbreiten. Mark ließ sich davon nicht irritieren, ging überlegt vor – und sperrte die gegnerische Dame ein, als sich ihm die Chance bot. Das 2:2!
        
Damit waren noch die Bretter 1 bis 4 schwer beschäftigt. Und da war sie Sache so überhaupt nicht klar – ausgeglichenes Mittelspiel an Brett 1, ein Angriff auf Brett 4, absolut unklare Stellung auf Brett 2 und eine eher bescheidenere Stellung an Brett 3. Und bescheiden ist vielleicht noch zu charmant ausgedrückt – Alexander Franz hatte sich in der Eröffnung verzettelt und musste sich auf einmal mit einer weniger schönen Fesselung abgeben. Wie weniger schön sie ist, wurde ihm nach über einer halben Stunde verbrauchter Bedenkzeit klar – und er bot Remis. Was überraschenderweise angenommen wurde – 2,5:2,5.
        
Verließen sich die Altenfurter zu sehr auf ihr erstes Brett? Zugegebenermaßen, nicht ganz unberechtigt, aber eigentlich kein Grund mit einem Mehrbauern ein Remis anzunehmen. Jakob Söllner ging an Brett 4 mutig gegen den gegnerischen Doppelfianchetto-Aufbau vor, rochierte lang und versuchte, die h-Linie zu öffnen. Dabei ging zwischendurch leider ein Zentrumsbauer flöten und da der Angriff nicht durchschlug, gab es schlussendlich ein Endspiel mit einem Minusbauern. Nun wurde wieder von unserer Seite Remis geboten – und wieder nahm der Gegner überraschenderweise an.
           
Nicht viel später gab es auch an Brett 2 ein Remis – Christian Kuchler spielte eine positionell gute Partie und nahm den gegnerischen Figuren immer mehr Möglichkeiten, sich erfolgreich zu bewegen. Nun sah es schon so aus, als ob taktisch was gehen würde, jedoch kann der Schein manchmal eben auch trügen und es ging einfach nix. Da verließ Christian der Mut – anstatt die gute Stellung weiterzuspielen, bot er seinem Gegner Remis, welches dieser dankend annahm. 3,5:3,5!
    
Nun spielte nur noch der frischgebackene U16-Kreiseinzelmeister Seryozka Hamazaspyan gegen besagten 2000er. Und wie sah es aus? In einer ruhigen englischen Variante (auch mit einem Doppelfianchetto) agierte Seryozka so ruhig, wie es die Variante verlangte. Auf einmal bot sich ihm die Chance, einen Bauern zu verspeisen – und tat dies.
    
Der Mehrbauer entpuppte sich letztendlich aber als Teil eines isolierten Randdoppelbauern und versprach damit nicht die allergrößten Erfolgschancen. Tatsächlich war die Stellung trotz Mehrbauer im Ausgleich. Folgerichtig bot Seryozka Remis, der erfahrene Gegner sah aber völlig korrekt die Chance in der eigenen Aktivität und dass der Mehrbauer praktisch wertlos war – und lehnte ab. Nach ein paar weiteren Zügen waren nur noch die Läufer am Brett und es ergab sich ein Doppelläuferendspiel.
    
Doch dann auf einmal die Chance – beim gegnerischen Versuch, den Bauern zurückzugewinnen, rechnete unser Talent einen Zug weiter und konnte den “wertlosen” Bauern gegen einen “wertvollen” Bauern tauschen. Damit war das Endspiel praktisch sehr schwer zu halten, da der eigentlich “wertlose” Mehrbauer nun ein wertvoller Freibauer war. Und siehe da – Seryozka setzte den Freibauer durch und gewann das Endspiel souverän, als er einen weiteren Bauern gewann und die Leichtfiguren alle getauscht wurden.
    


   
Endstand: 4,5:3,5!
      
Ein überraschender Sieg und wichtige 3 Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Damit liegen wir momentan auf einem sehr bequemen dritten Platz – und spielen nächstes Mal gegen den Siebten SK Nürnberg 1911 III, gegen die wir nominell relativ klare Außenseiter sind. Und dann geht es gegen die Winterpause – also nochmal brav Punkte holen und sich selber vorweihnachtlich beschäftigen! 
   
   
Übersicht dritte Mannschaft                    Ligamanager