Bei der diesjährigen mittelfränkischen Schnellschach-Einzelmeisterschaft, zur Abwechslung mal nicht in Nürnberg ausgetragen (gut so!), nahm eine neue quantitative Spitze an Talenten teil: Dennis Adelhütte, Domi Bachhuber und Kristin Braun gaben sich die Ehre, das allererste Turnier seit einer gefühlten Ewigkeit, von Schnellschach ganz zu schweigen, zu spielen.
   
Ein Blick auf die Teilnehmerliste verriet dabei, dass alles andere als ein Zuckerschlecken bevorstehen würde: 18 der 29 Teilnehmer hatten eine ELO von mindestens 1900 vorzuweisen, quasi nur Bezirksspieler und dann auch aufstrebendste Jugendliche aus der Ansbacher Talentschmiede (wohl gemerkt keine Talentenschmiede, das sind immer noch wir!) ließen schon im Vornherein auf ein sehr spannendes Turnier schließen. Favorisiert (nach ELO) waren die Titelträger IM Yevhenii Yelisieiev, FM Florian Wagner (beide SC Noris-Tarrasch Nürnberg), Jürgen Stiller (SW Nürnberg Süd) und Helmut Hauschild (SC Ansbach) mit einer ELO von jeweils mindestens 2100. 
   
Das Turnier lief (abgesehen von einer amüsanten Diskussion um die Mittagspause und dem Mangel an Kaffee) reibungslos ab. Und auch so konnten wir uns wirklich nicht beschweren – trotz des ungewohnten Zeitmodus (15 Minuten + 5 Sekunden Aufschlag pro Zug) holten alle Talente mindestens 5 Punkte aus 9 Runden.
    
Dominik spielte ein sehr starkes Turnier: In den ersten 6 Runden holte er gemäß Schweizer Schaukel 4 Punkte (schwächere Gegner geschlagen und Niederlagen gegen die Favoriten IM Yelisieiev sowie Schachfreund Hauschild), als er in Runde 7 mit Weiß den Titelträger FM Dr. Hubert Seibold umhaute. Damit hatte er mit 5/7 ausgezeichnete Chancen auf das Podest, vergab aber die letzten beiden Runden in sehr guten bis gewonnenen Stellungen erst gegen FM Wagner und dann ausgerechnet auf Zeit mit zwei Mehrbauern gegen den Vereinskollegen Dennis. Damit verlor Domi nur gegen die TOP4 des Turnieres und fegte den Rest um – damit starke 5 Punkte und einen 12. Rang (welcher eigentlich viel zu niedrig ist, in Runde 1 und 3 hatte man aber zwei Jugendliche aus Ansbach mit einer Wertung unter 1400 hat, und die Zweitwertung war der Gegnerschnitt…).
     
Kristin hatte keine ganz so imposante Gegnerschaft wie Domi vorzuweisen (aber fast), spielte dafür aber konstant auf hohem Niveau ohne unter größeren Zeitdruck zu geraten (abgesehen von einem Eröffnungsausrutscher gegen FM Wagner, der gleich eine ganze Figur kostete). So spielte sie in der 2. Runde gegen Schachfreund Stiller Remis (welcher nach drei Runden übrigens ausstieg) und musste sich nur noch gegen Schachfreund Hauschild geschlagen geben. Mit 3,5/6 stand sie ganz ordentlich da, und in den letzten drei Runden erspielte sie sich mit einem Sieg gegen Dimi Vogiatzis (SC Noris-Tarrasch Nürnberg, ELO 2021) und zwei Remisen gegen Dennis und Dr. Alexander Pikal (das erste Remis recht souverän, das zweite nach gegenseitigen Einstellern) 5,5 Punkte, was dank einem hohen Gegnerschnitt zu Rang 5 reichte.

    
Dennis 
war an jenem Tage von Konstanz im Gegensatz zu seinen Mittalenten sehr weit entfernt. In der 1. Runde gewann er nur mit Ach und Krach gegen eines der Ansbacher-Jungtalente (Raphael Stark), als er sich in guter Stellung verzockte und mit Minusfigur seinen Gegner im Endspiel “überspielte” (a.k.a. den König so lange rumziehen bis er auf einmal zwei Figuren gleichzeitig angreift…) und noch gewann. In der 2. Runde setzte es ein Eröffnungdesaster (ausgerechnet [oder zum Glück!?] gegen IM Yelisieiev). Nicht gerade rosig (und dann auch ohne Kaffee) sah es da mit der Schachform aus, 4 souveräne Siege in Folge ließen aber dann doch auf Größeres hoffen. Gut, bei zweien der Siegen haben die Gegner direkt in der Eröffnung einen Springer bzw. einen ganzen Turm eingestellt und bei FM Seibold ging es vielleicht in Zeitnot etwas weniger souverän zu, als man in guter Stellung beschloß, zu zocken und ein Springerendspiel zu gewinnen, aber wen interesserieren schon Details. Mit 5/6 verlor Dennis dann in guter bis gewonnener Stellung gegen FM Wagner, spielte Remis gegen Kristin und gewann gegen Domi auf Zeit (wie bereits erwähnt mit 2 Minusbauern mit eher fragwürdiger bis gar nicht vorhandener Kompensation). Damit hatte er insgesamt 6,5 Punkte auf dem Konto, welcher für das Treppchen und für Bronze reichte!
    
Damit ein rundum erfolgreiches Turnier für die drei Talente – die Freude beim Drittplatzierten war auch groß, wie die folgenden Bilder zeigen (hey, es gab 30 Euro Preisgeld! Zeit für Pizza!):
    

Auf den Rängen 1 und 2 landeten die Favoriten IM Yelisieiev mit 8 Punkten und FM Wagner mit 7 Punkten. Die neuen Seniormeister sind Schachfreund Hauschild (insgesamt Rang 4 mit 6 Punkten), Gerd Fischer (Rang 7 mit 5,5 Punkten) und FM Seibold (Rang 9 mit 5 Punkten). 
     
Unsere neu erworbene Schnellschach-ELO dürfte nach diesem Turnier auch recht hochausfallen – ein quasi perfekter Samstag! Die Details findet ihr auf der Turnierseite. Mehr Bilder findet ihr auf der Schüssel-Page. Ansonsten geben wir hiermit zurück zum Studio.