Big Bang zum Jahresabschluss! Bei unserem alljährlichen Einzug in den Erfurter Wolkenkratzer knackte eines der sieben Talente doch tatsächlich den Jackpot – und gewann kurz nach Weihnachten mal eben das prestigeträchtige Hauptturnier! Sebastian Kraus holte nicht nur starke 7 aus 8, sondern ließ auch schachlich wirklich gar keinen Zweifel an einem verdienten Turniersieg aufkommen. 
     
      
  
    
    
Während selten der gewinnt, der des Geldes wegen anreist, so war es in diesem Jahr eben jener, der kurz vorher noch für das Meisterturnier gemeldet war – und lediglich keine große Lust auf “spielfrei” in der ersten Runde hatte. So ließ sich Seba kurz vor Meldeschluss “downgraden” und rasierte im Anschluss alles, was ihm vor die Flinte kam. Meist waren keine zwei Stunden gespielt, da enterte er auch schon das Hotelzimmer mit einem strahlenden 1:0 auf dem Partieformular. 
    
Nach fünf überzeugenden Siegen zum Auftakt bekam die weiße Weste erstmals einen kleinen Klecks, als er in einem Endspiel mit Mehrbauern leider nicht den passenden Gewinnplan fand: 
     
    

     
    
Seba ließ seinen Kontrahenten mit einem Remis davonkommen und hatte im Anschluss eine an Chaos schwer zu überbietende Partie durchzustehen. Hier brannte das Brett nach mehreren fragwürdigen gegnerischen Zügen lichterloh – und im Endeffekt hätte unser Talent die Flammen schnell löschen können. Als er dies jedoch nicht tat und einen Freibauern bis b7 vorprügelte, litt der eigene König doch sehr unter den gegnerischen Attacken…
   
Er fand in akuter Zeitnot aber die passenden Antworten und ließ lediglich ein Dauerschach zu – somit die zweite Punkteteilung und vor der letzten Partie sechs Zähler auf der Habenseite. Das führte zu einigen nächtlichen Rechenspielen, da er sich in Führung liegend nicht auf den minimalen Vorsprung in der Feinwertung verlassen wollte.
   
   
  

   
    
Und so entschied er sich letztlich einfach dafür durchzuziehen und lehnte gegnerische Remisavancen konsequent ab… mit Erfolg! Nach der turbulenten Vorrunde zeigte er sich nun wieder von seiner souveränen Seite und überspielte erst positionell, dann auch taktisch seine russische Gegnerin. Am Ende ließ er bei seinem Feldzug kaum gegnerische Figuren auf dem Brett – Dame und Springer gegen Turm war dann doch etwas zu viel des Guten und der Turniersieg somit in trockenen Tüchern! 
    
   
Unsere anderen Talente taten sich auf dem großen Parkett jedoch eher schwer. Im Hauptturnier wusste einzig noch Tobias Völk zu überzeugen, er belegte mit 4,5 Punkten einen guten 53. Platz. Unser Jugendlichen Seryozka (3 Punkte) und Tobias Vemmer (2 Punkte) zahlten etwas Lehrgeld und liefen auf den Rängen 128 bzw. 164 ins Ziel. 
    
    
  
   
   
Im Amateurturnier gingen zudem noch drei weitere Talente an den Start. Mit der besten Leistung verabschiedete sich unser Jüngster aus dem Turnier: Jan Vilinski schnappte sich drei satte Punkte und rangierte auf dem 65. Rang. Zwar etwas weiter vorne – aber doch ein gutes Stück unter der Erwartung – kam Alexander Franz über die Ziellinie (3,5 Punkte – 42. Platz). Mark Vilinski landete mit 2 Punkten auf Platz 75. 
     
   
  
    
    
Traditionell ist die Talent’sche Wetterlage auf dem Erfurter Schachbrett mal heiter, mal eher bewölkt – wenngleich Seba in diesem Jahr natürlich für einiges entschädigte… 😉  Drumherum war es aber wie immer das bestens organisierte Top-Event in einer traumhaften Lage. Wir kommen – sofern es das Gesundheitsamt zulässt – natürlich wieder! 
   
   
Turnierseite
   
   
   

  


1 Kommentar

Vor Corona: Einiges los im Reich der Talente · 25/03/2020 um 19:17

[…] er förmlich durch die Reihen und setzte sich nach Forchheim 2018 nun sein zweites Krönchen auf. Hier geht es zum Bericht…            Unsere Pokalmannschaft scheiterte im Halbfinale des […]

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.