Die mittelfränkische Blitz-EM: Bisher waren hier eher durch Abwesenheit vertreten – das sollte sich in dieser Saison aber ändern. Gleich mit 3 Teilnehmern traten wir an: Neuzugang und Superblitzer Wilhelm Varkentin (gesetzt auf 14), Dennis Adelhütte (gesetzt auf 11) und Dominik Bachhuber (gesetzt auf 15) wagten sich zum SC Noris-Tarrasch Nürnberg, um dort die Klingen zu kreuzen. Erfreulicherweise traten, entgegen dem Trend auf mittelfränkischen Meisterschaften, ganze 23 Spieler an. Und da das Turnier als Rundenturnier ausgetragen wird, folgten knallharte 23 Runden – ohne Pause. Ein nettes Aufwärmen für unseren Blitzmarathon… 
    
Spaß beiseite, hart gekämpft wurde. Vor allem damit, dass es nur Kaffee, aber keine Milch gab. Oder vielleicht auch damit, dass 23 Partien am Stück möglicherweise anstrengend sind. Vor allem, wenn nach Alphabet ausgelost wird und – hurra – Dennis als Erster Freilos hatte und damit dann wirklich keine Pause. 😀
     
Dafür gleich ab Runde 2 die drei Albayraks Atilla, Aylin und Nese, denen er 3 Punkte abnahm. Danach ging es gegen Domi, den er in einem theoriearmen Abtauschfranzosen nach frühem Dh4 (Viele Grüße an Martin an dieser Stelle 🙂 ) völlig aus der Fassung brachte und damit im Endeffekt auch den Punkt abluchste. Dieser 100%-Höhenflug wurde dann von den Gebrüdern Böhme aber schnell ausgebremst… Zur Halbzeit war dann auch klar, dass Dennis mit dem Podest nicht wirklich etwas zu tun haben wird. Gleiches galt auch für Domi, der nicht seinen besten Tag fürs Blitzen erwischt hatte. Und bei Wilhelm?
     
Der punktete ähnlich wie bei Vereinsabenden munter durch, ließ sich nicht von irgendwelchen Wertungszahlen beirren und stellte wieder mal eindrucksvoll unter Beweis: Desto weniger Bedenkzeit, desto besser. Highlight war, als er nach gefühlt 129 Zügen (Grüße an Alex 🙂 ) gegen den Blitzmeister der Jahre 2017, 2018 und 2019 in einem Endspiel gewann, als FM Thomas Kirchner es doch eine Idee zu sehr versuchte und auf einmal eine Figur hopps ging. Uppala… Zwischendurch übernahm er sogar die Tabellenführung, nach Niederlagen gegen Irfan Redzepovic und FM Thomas Martin musste er sich aber vorerst mit Platz 2 begnügen.
         
Eine Runde vor Schluss (also zur 23. Runde!) sah es dann wie folgt aus: Wilhelm hatte 17 Punkte auf dem Konto und war mit einem Remis geteilter Zweiter. Direkt vor ihm lag FM Thomas Martin mit 18 Punkten, dieser war gegen Alex Hinzmann von den SF Fürth jedoch klarer Favorit. Und Wilhelm hatte als letzten Gegner ausgerechnet Dennis, welcher mit 13 Punkten für einen Tag mehr als genug erreicht hatte und sowas von nix mehr mit irgendeiner Bayerischen zu tun hatte.
      
Also könnte man ja Remis machen und den Vizemeistertitel holen. Oder eben auch nicht – Wilhelm ist ein wahrer Sportler und wollte spielen. Dann gab Dennis nun aber auch alles und ihm gelang, was an den Vereinsabenden noch nicht ein einziges Mal gelang: In einem Mittelspiel, in dem die Damen getauscht waren, erspielte er sich nach und nach einen positionellen Vorteil, der immer klarer wurde. Am Ende flog eine der Wilhelm’schen Figuren und die Vereinsqueen holte den Punkt. Dadam.
        
Damit blieb Wilhelm bei (trotz allem sehr starken!) 17 Punkten – wie erwartet gewann FM Martin und auch die FM Kirchner und Promyshlyanskyy zogen nun mit ihren 17,5 Punkten noch an ihm vorbei. Dabei blieb es aber – Markus Böhme erzielte 16 Punkte und Wilhelm landete auf dem 4. Rang! Damit war das Podest zwar knapp verfehlt, da Schachfreund Kirchner aber vorqualifiziert ist, qualifizierte sich auch der 4. und somit darf Wilhelm im März als erstes Talent zur Bayerischen-Blitz-EM fahren! Ganz stark, die Teilnehmer waren alle doch beeindruckt – außer Domi und Dennis, die sowas schon vorher ahnten… 😉
       
Domi und Dennis selbst landeten am Ende jeweils mit  6,5 bzw. 14 Punkten auf den Rängen 17 und 10 – Dennis ließ einige Punkte liegen (einzügiges Matt gegen Kirchner, mit Mehrqualität gegen Redzepovic verloren [da hätte er auch noch einzügig Matt setzen können], mit Mehrbauern gegen CM Schatz verloren), hatte aber auch an einigen Stellen verdammt viel Glück (Schachfreund Fink lässt sich mit zwei Mehrbauern die Dame einzügig abnehmen, Schachfreund Konsek lässt in einem ganz klar gewonnenen Endspiel die Zeit fallen), da kann man sich nicht beschweren.
      
Bei Domi lief es leider nicht zusammen – er schlug zwar alle hinter sich, holte aber gegen die Spieler vor ihm nur ein Remis gegen Peter Konsek (und da stand Domi eigentlich schon klar auf Gewinn). Aber seis drum, ist halt Blitz! 
     

Bericht bei SC Noris-Tarrarsch Nürnberg
     
Bericht bei SW Nürnberg Süd
   
   
   
   


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