Mit einem Sieg ins neue Jahr starten war das ausgemachte Ziel und das gelang uns auf dem Papier auch ziemlich souverän mit 6:2 gegen die Schwabacher. Aber … gute Güte … es hat wahrlich wieder einmal Nerven gekostet.
                                                                        
Los ging’s mit einem Anruf bei mir. “Du David, wir ham’ kein’ Schlüssel und kommen nich’ rein. Fahr doch mal schnell zum Chefchen und hol den Schlüssel!” Da schürt der Mannschaftsführer seinen Mini Cooper S mit Vollgas mal Freitag Abend durch die idyllische Natur des Fürther Landes, herrlich! Abgehetzt und noch völlig verstört, weil auf einmal 3 (!) Schlüssel vor Ort waren und man sich die Tour hätte sparen können, was ja keiner wusste, saß ich dann endlich am Brett.
           
Mannschaft ist da, alles gut, nur 5 Minuten Zeit verloren, durchschnaufen, d4 spielen, läuft. Alle spielen konzentriert, nur Xenia darf noch nicht, deren Gegner kam, machte einen Zug, d4 natürlich, und ging wieder. “Notfall, sorry”, aber: “Ich komme wieder” (was tatsächlich nach einer Stunde eintrat).
         
Und die Enten spielten sehr solide. Nachdem 2 Stunden kaum etwas passierte, lagen wir plötzlich 3:0 vorn, weil unsere hinteren Bretter 8 (Jan), 7 (Rainer), 6 nacheinander punkteten. Auch ein bisschen Glück für uns, denn Thomas war schon kurz davor, Remis zu machen, hat aber mit tollem Kampfgeist den Gegner, tja sagen wir, niedergerungen. Da konnte man erstmal durchschnaufen.
        
Ein Blick auf die anderen Bretter stimmte mich total entspannt. Alles easy, Robin einen Turm vor (zum Preis von 2 Bauern). Tim gefühlte 5000 Figuren vorn. Xenia mit riesigem Zeitvorteil und auch mit einer Figur, zumindest kurzfristig. Ich mit bärenstarkem Zentrum und einem Bauern vorn. Wir sind sowas von durch. Da macht’s auch nichts, dass Effi auf Verlust steht. 
      
Eine Stunde später: Robin unter riesigem Zeitdruck, kämpft mit Turm und Bauer gegen Springer, Läufer und Bauer ums Remis, Xenia spielt mit Turm gegen Turm und drei (!) Minusbauern, Effi musste aufgeben und, ups, wo ist eigentlich mein Mehrbauer hin? Wahnsinn, und so wurde es doch noch sehr spannend.
      
Aber Xenia (Sch)Lingl gelang es noch, durch einen kleinen taktischen Trick, das Remis zu erzwingen, sehr zum Frust der Gegner. Sie konnte die drei Bauern um einen reduzieren und dann die Türme so abtauschen, dass Weiß mit einem Doppelbauern auf der H-Linie zurückblieb. Remis. Puh, das war knapp.
           
Tim konnte endlich seinen Sieg nach Hause schaukeln. Damit waren wir endgültig durch. Und auch ich vertraute – nach verpasstem Sieg im 27. Zug, wie ich hinterher mit dem Computer herausfand – im Endspiel auf meinen “besseren” Läufer und konnte so, mit ein bisschen Glück, doch noch gewinnen. Zum Schluss kämpfte Robin noch bis nach Mitternacht um sein Remis und hat es auch geschafft. Eine wilde Partie, mit zahlreichen Möglichkeiten, übersehenen Siegen und Patzern auf beiden Seiten.
       
Insgesamt war es für unsere Zweite zu Jahresbeginn eine gute Standortbestimmung. Wir konnten in Bestformation antreten und letztlich klar gewinnen. Unser Vorteil ist, dass wir halt in der Breite, also auch an den hinteren Brettern, sehr gut besetzt sind. Mit ausgeglichenem Punktekonto stehen wir nach vier Runden auf dem vierten Platz. Mit dem Abstieg werden wir, wenn es normal läuft, diesmal nicht viel zu tun haben, mit dem Aufstieg aber, wenn es normal läuft, leider auch nicht. Aber was läuft schon normal im Schach (wenn man sich die Partien von heute anschaut 😉 )? Und wir wollen schon den einen oder anderen Favoriten noch ein bisschen ärgern. Gleich am nächsten Spieltag gibt’s die Gelegenheit dazu…
   
  
Einzelergebnisse:
   
  

     
   
    
     
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