Der aufmerksame Leser wird sich an dieser Stelle eventuell wundern – im Vorjahr waren wir auf Grund von Unvermögen im Zählen nicht in der Lage, die korrekte Brettpunktanzahl vor der letzten Runde herauszufinden und landeten in der B2 hinter der SG Schwabach/Mühlhof-Reichelsdorf wegen einem halben (!) Brettpunkt auf Platz 2… ok, und vielleicht auch, weil wir gegen sie verloren haben. Unwichtige Details.
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Jedenfalls: Dieses Jahr erreichte uns dann relatv kurzfristig die Nachricht, dass wir doch aufgestiegen seien. Mit dem “warum” habe ich mich gar nicht mehr auseinander gesetzt, Hauptsache: AUFSTIEG! 🙂
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Damit waren wir wenigstens im Schnellschach in der B1 und sind nicht auch noch hier dazu verdammt, ewiger Zweiter zu werden…
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Nun, zur Sache, eine B1-Mannschaft musste her. Zur ersten bis dritten Runde, ausgerichtet von uns, traten wir mit folgender Besetzung an:
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Brett 1: Dennis Adelhütte
Brett 2: Martin Killmann
Brett 3: Alexander Kittler
Brett 4: Sebastian Kraus
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Unsere Gegner waren die jeweils erste Mannschaft des TSV Cadolzburg, der SF Fürth und des SK Nürnberg 1911. Los ging es dann auch mit Cadolzburg – gespielt wurde mit 20 Minuten und 5 Sekunden Aufschlag pro Zug.
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TSV Cadolzburg – SC JÄKLECHEMIE
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Während nominell die Bretter 1 und 2 ungefähr ausgeglichen waren, waren wir an Brett 3 leichter Favorit und an Brett 4 klarer Favorit. Aber wie das beim Schnellschach eben so ist, alles hat seine eigenen Gesetze: Während Seba (davon habe ich leider nichts mitbekommen) einen Start-Ziel-Sieg hinlegte, gab es an den anderen drei Brettern ein kleines Gemetzel.
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Bei Alex und Dennis ging es taktisch ein bisschen ab, während Martin versuchte, aus der weniger optimal gespielten Eröffnung seines Gegners Profit zu schlagen. Stellungstechnisch gelang das auch zunächst.
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Aber dann… während Dennis sich mit Schwarz eine sehr gute Angriffsposition erspielte, übersah Alex einen taktischen Zwischenzug und musste sofort die Segel streichen. Dann unterlief auch Martin ein Schnitzer und er fand sich in einem Turmendspiel mit Minusbauern wieder.
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Noch war der Sieg aber nicht verloren und Dennis schoss auch den zweiten Brettpunkt nach, als der Gegner sich dazu entschloss, eine Qualität zu opfern, um den Angriff zu stoppen – half nur nichts, das Endspiel war dann klar gewonnen. Vor allem, als noch eine Figur gespuckt wurde… 2:1!
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Nun lag es an Martin, sein Endspiel zu halten. Turmendspiele sind als solche aber schon biestig und in Zeitnot sicher nicht einfacher. Es kam, wie es kommen musste – Martin verspielte sich und gab einen weiteren Bauern. Damit war das Endspiel (mit dieser Zeit) klar verloren und er musste die Segel streichen. Endstand: 2:2!
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Ach Cadolzburg, was machst du nur mit uns…. 😉
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SF Fürth – SC JÄKLECHEMIE

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Hier waren wir, da die Gegner nur einen Spieler aus ihrer Ersten dabei hatten, recht klare Favoriten. Dieser Mannschaftskampf war dann eigentlich eine recht runde, wenn auch nicht ganz unspannende Geschichte. Es ging wieder gut los – Seba erzielte erneut einen Start-Ziel-Sieg und wurde als Erster fertig – mit einem Sieg. Er ist bei seiner Geschwindigkeit aber auch selber schuld, dass man einfach nichts mitbekommt… 😉
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Dennis machte dann munter weiter und holte in einem Rossolimo nach einem Einsteller des Gegners eine Qualität. Dafür ging zumindest gefühlt in Martins Eröffnung a bissi was schief, die Stellung sah zumindest für das Auge des Zuschauers sehr scharf, aber trotzdem angenehmer für Weiß aus (man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege). Irgendwann wurde dann auch mal eine Figur reingehauen.
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Bei Alex gab es in haarsträubender Zeitnot ein Doppelturmendspiel zu verbuchen. Da er aber Taktik nicht besonders mag, sondern eher der positionelle Spieler ist, gibt es schlimmeres. Alex brachte das ganze auch souverän über die Zeit- und Ziellinie – 2:0!
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Nun sah es dank Dennis Mehrqualität eigentlich recht durch aus, das Thema – könnte man meinen. Die Queen fing leider das spinnen an und stellte seine Bauern optimal hin – wenn optimal bedeutet, dass der Gegner all seine Figuren aktivieren kann. Nicht viel später war die Stellung auf einmal praktisch verloren, weil ein gegnerischer Freibauer etwas zu uncharmant vorne war…
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… und etwas panisch sah Dennis auf das zweite Brett und konnte aufatmen, dass Martins Stellung mittlerweile klar gewonnen war und dank dem Inkrement die Zeit eigentlich keine Gefahr mehr darstellte. Es kam, wie es kommen musste – Dennis verlor und Martin gewann. 
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3:1 zur 2. Runde also! Da wäre vielleicht auch ein 4:0 drin gewesen, aber wer braucht schon Brettpunkte…. Räusper
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SK Nürnberg 1911 – SC JÄKLECHEMIE
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Zuguterletzt ging es gegen den SK Nürnberg 1911, gegen den wir leichter Favorit waren. Diese Runde sollte die für uns spannendste werden:
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Wieder war Seba am schnellsten fertig, die 3 aus 3 holte er aber leider nicht. Man weiß nicht wie (wieder: zu schnell! Das nächste Mal hole ich mir einen Sekretär, der für mich mitschreibt…), aber er musste nach knappen 20 Minuten die Segel streichen.
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Beim Rückstand von 0:1 dachte sich Dennis, wieder in einem Rossolimo, dass das wohl ein guter Zeitpunkt wäre, seltsam zu spielen – er vergewaltigte die Eröffnung doch recht ordentlich, dankenswerterweise spuckte der Gegner aber etwas unnötig einen Bauern und Dennis konnte sich aus der Umklammerung befreien.
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Alex spielte auf maximalen Angriff und verbriet dabei zu viel Zeit. Leider gelang es ihm nicht, diesen durchzubringen und in einer seltsamen Stellung mit äußerst wanderfreudigen Königen (und einer minimalen Anzahl von gespielten Zügen, Schnellschach nennt sich das dann…) konnte auf einmal der Gegner Druck ausüben.
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Nun blieb da noch Martin, welcher etwas undankbarerweise einen Abtauschfranzosen am Brett hatte. Die Stellung verflachte recht schnell in ein Bauernendspiel und das war dann einfach mal Remis – 0,5:1,5.
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Alex und Dennis mussten für einen Mannschaftssieg nun alles rausholen – die Queen machte dabei den Anfang. Der Gegner gewann den Bauern zurück, dafür holte sich Dennis einen Freibauern und ein leicht besseres Endspiel. Etwas überhastet wollte der Gegner dann einen Springer einsperren, das misslang aber und das Endspiel war auf einmal gewonnen. Trotz ein paar Schachgeboten war im Endeffekt nichts mehr zu machen – 1,5:1,5!
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Schlussendlich blieb da noch Alex, der sich mit seinem Gegner in jeweils haarsträubender Zeitnot befand. Immerhin waren mittlerweile Damen getauscht und das Endspiel wurde zu einem für Alex besseren Bauernendspiel. Er bewies auch hier, dass Endspiele seine Stärke sind und behielt die Übersicht: Der ganze Punkt rollte auf unser Konto und damit gewannen wir 2,5:1,5!
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Damit stehen wir nach drei Runden mit 5 Mannschaftspunkten und 7,5 Brettpunkten sehr gut da und liegen im Gesamtklassement auf einem sehr guten 2. Platz.
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Auch wenn am Freitag noch vier Runden vor uns liegen – gegen SC Postbauer-Heng 2, den anderen Aufsteigern Zabo und SG Schwabach/Mühlhof-Reichelsdorf sowie dem Tabellenführer SW Nürnberg Süd 2 haben wir es aber selber in der Hand, die Klasse zu halten bzw. im Bestfall sogar in die Landesliga Nord aufzusteigen. Aber mal abwarten – in ein paar Tagen sind wir schlauer.
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Hier findet ihr alle Ergebnisse der ersten drei Runden sowie unsere vorläufige Tabellensituation. 
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