Der mittelfränkische Mannschaftspokal. Bei diesem Wettbewerb treten die mittelfränkischen Vereine in 4er-Mannschaften im KO-System gegeneinander an.
              
Nach zwei Teilnahmen (15/16 verloren wir das Finale, 17/18 verloren wir in der Vorrunde, jeweils gegen SW Nürnberg Süd) ging es diese Saison in der Vorrunde erst wieder gegen Süd – jedenfalls nach der ersten Auslosung. Ein wenig aufgeatmet wurde, als neu ausgelost wurde und Zabo nun der Gegner hieß – immer nur Süd im Pokal wäre auf Dauer ja auch langweilig. 😉 
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Die anderen Mannschaften, die 18/19 antraten waren der SC Erlangen 48/88 und SC Uttenreuth – zunächst auch die SF Fürth, welche aber einen Tag vor der Runde noch ihre Teilnahme absagten. Damit ergab sich folgende Vorrunde:
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Zabo – JÄKLECHEMIE
Uttenreuth – Nürnberg Süd
Freilos – Erlangen
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Die Nachmittagsrunde wurde bereits vor dem Beginn der Vorrunde ausgelost. Mit ein bisschen Mathematik wurde schnell klar, dass der Gewinner einer der beiden Begegnungen direkt ins Finale einziehen und sich für die Bayerische qualifizieren würde. Ausgelost hat der 2. Spielleiter Patrick Gress mit unserer hauseigenen Sandra Roß als Glücksfee. Und das Los ergab….
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JÄKLECHEMIE/Zabo – Erlangen
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…für das Halbfinale. Ja ist doch super, mehr Schach für uns! Wer interessiert sich schon für Freilose… 😉
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Wir traten mit der folgenden Aufstellung an:
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Brett 1: Martin Killmann
Brett 2: Dennis Adelhütte
Brett 3: Dominik Bachhuber
Brett 4: Sandra Roß
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Nominell war der Kampf gegen Zabo ungefähr ausgeglichen (An Brett 1 waren wir favorisiert, an Brett 3 die Gegner und an Brett 2 und 4 waren wir praktisch gleichauf). Trotzdem waren wir mehr als gewarnt, liegt Zabo in der Bezirksliga 1 momentan auf Rang 2…
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Dennis wählte gegen seinen ehemaligen Mannschaftskollegen (aus Erlangener Zeiten) einen Stonewall-Aufbau. Der Gegner hätte mit g4 zwischendurch direkt aggressiv spielen können, entschied sich aber für einen sofortigen Bauernvorstoß am Damenflügel (der c- und der b-Bauer waren sehr schnell auf der 5. Reihe). Allerdings zum Preis von etwas Unterentwicklung, so dass Dennis sich seelenruhig und sicher aufbauen konnte.
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Sandra spielte nach ihrer neuesten Philosophie aggressiv gegen den gegnerischen Skandinavier, wer braucht schon einen sicheren Königsflügel. Den hiesigen Talentenzuschauern gefiel die Stellung auch ausgesprochen gut, auch wenn natürlich noch alles offen war.
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Dominik war zunächst eher unbegeistert, als er direkt in der Eröffnung einen Bauern spuckte (Trompowsky ist ja auch doof). Der Gegner nahm diesen aber nicht (etwas Gegenspiel hätte es schon gegeben) und so entwickelte sich eine positionelle Partie, in der Domi gefühlt immer etwas gedrückt stand.
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Martin hatte einen Königsinder im Brett und schnell wurden wie wild Steine und Figuren geschlagen. Gerade als Martin meinte, er hatte einen Bauern gewonnen, nahm sich der Gegner diesen einfach wieder zurück (Frechheit) und die Stellung dümpelte Richtung Ausgleich. Dann wurde der Gegner allerdings etwas gierig und als er einen Bauern nahm kam Martin zu einem etwas bösartigeren Angriff.
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Soweit so gut – im Pokal zählt die Berliner Wertung (bei einem 2:2 entscheidet der Sieg auf dem höchsten Brett), da waren die Stellungen von Dennis und Martin sehr motivierend. Dennis gelang es auch, das Springerpaar gegen das Läuferpaar zu tauschen – bzw. Eben nicht, aber er hatte dafür einen Mehrbauern, welcher ein gefährlicher Freibauer war. Diesen wollte der Gegner aufhalten, dadurch geriet die Dame aber etwas in Misere – und als man diese befreien wollte, konnte die Queen praktisch forciert Matt setzen. 1:0!
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Mittlerweile hatte Domi das Läuferpaar gegen das Springerpaar gewonnen, auch wenn die Stellung beileibe nicht einfach war. Sandra war in starker Zeitnot (in einem besseren Endspiel), dafür gewann Martin indes eine Qualität und hatte ein praktisch gewonnenes Endspiel am Brett. Dieses Endspiel sollte er auch ohne Probleme ummünzen, Martin wählte jeden seiner Züge mit Bedacht. Damit erreichten wir das 2:0 und waren sicher weiter!
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Sandra schaffte es über die Zeitnot hinaus, jedoch war das Endspiel nun auf einmal verloren (gegnerische blöde verbundene Freibauern). Etwas verzweifelt schob sie nun ihren eigenen Freibauern ungeachtet jeglicher Materialverluste und Konsequenzen nach vorne – und siehe da, der Gegner musste seinen Turm opfern, um den Bauern aufzuhalten. Leider gewann er vorher einen Läufer – und in Anbetracht der knappen Zeit gab Sandra ihre Partie Remis.
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Domi hatte leider ein ähnliches Zeitnotproblem wie Sandra, sah sich jedoch auf der unglücklicheren Seite – das entstandende Turmendspiel sah zwar haltbar aus, der Gegner fand jedoch einen Einbruch mit dem König und das Turmendspiel war wegen der gegnerischen Aktivität praktisch verloren. Da half alles Tricksen nichts – Domi musste die Segel streichen.
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Endstand: 2,5:1,5!
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Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann direkt weiter. Erlangen trat dankenswerterweise nicht mit ihrer Oberliga-Truppe an und obwohl wir immer noch Außenseiter waren – lange nicht so krass wie befürchtet. Wir traten mit folgender Aufstellung an:
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Brett 1: Martin Killmann
Brett 2: Dennis Adelhütte
Brett 3: Sandra Roß
Brett 4: Kristin Braun
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Und nach einer Stunde waren wir eigentlich sogar verhalten optimistisch. Dennis schickte praktisch alle seine Bauern nach vorne (b4,c4,d4,e4) und auch Sandra schnürte ihren Gegner schnell ein und Kristin hatte ihren gewohnten Königsinder am Brett. Einzig Martin war von der Eröffnung seines Gegners gelinde gesagt irritiert (1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Sf6 4.e5 Sbd7 5.Sce2!?).
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Als Dennis Gegner den Damenflügel aufreißen wollte, verrechnete sich Dennis leider und anstatt einen Bauern zu gewinnen, verlor er zwei. Unter Verbrauch von viel Zeit schaffte er es jedoch, Gegenspiel zu aktivieren und der Gegner musste aufpassen, nicht Matt zu werden; zunächst gab er erstmal einen Bauern zurück.
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Indes wendete sich das Blatt leider auch an den Brettern 3 und 4 – Sandras Gegner tauschte viel und schnell ab und das entstandende Endspiel war zwar besser für Sandra, aber schwierig zu spielen. Dabei lag die Betonung insbesondere auf “schnell” – quasi blitzend brachte man Sandra in Zeitnot. Kristin stellte im Mittelspiel eine Qualität ein und auch Martin geriet in einen nur sehr schlecht parierbaren Angriff.
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Trotz all dieser Umstände gab Sandra mangels Plan Remis – auch weil Dennis Gespenster sah und dachte, er würde Matt setzen. Der eigene König war jedoch zu nackt und es gab immer genug Gegenschächer. Den Figurengewinn schlug er aus, da es eine Remisschaukel gegeben hätte – also weiter Richtung Matt, mit sehr wenig Zeit.
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Kristin gewann nun wieder einen Bauern und fing ganz langsam an, ihre Stellung zu rehabilitieren. Und auch bei Martin entwickelte sich trotz des zunächst verlorenen Endspiels auf einmal reelle Konterchancen – würde es doch noch was werden?
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Die Hoffnung wurde schnell geschmälert, als Martin dank der Berliner Wertung zum Sieg gezwungen war, als Dennis in Zeitnot eine Figur einstellte und aufgab. Kristin bot sofort Remis (da selbst bei einem Sieg ihrerseits Martin gewinnen musste – Berliner Wertung), was der Gegner zur Überraschung aller auf Geheiß des gegnerischen Mannschaftsführers auch annahm.
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Nun lag es beim Stand von 1:2 bei Martin, das Wunder von Killmann zu vollbringen. Das war praktisch gesehen zwar nicht völlig ausgeschlossen, aber durchaus ein wenig utopisch. Die Engine zeigte zwischendurch auch einen Ausschlag von +4 für den Gegner an – wahrlich kein Spaß. Am Ende wickelte der Gegner doch in ein remisliches Endspiel, aber mit Mehrbauern ab. So hatte Martin praktisch keine andere Wahl, als das Remis anzunehmen.
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Endstand: 1,5:2,5!
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Schade, aber im Endeffekt wohl verdient. Martin und Kristin hätten beide auch gut verlieren können, so dass das Ausscheiden wohl in Ordnung geht.

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Damit landeten wir am Ende auf Platz 3 – das ist doch auch was! 🙂  Platz 2, Platz 3… jetzt müsste irgendwann nur noch der erste Platz rausspringen… 😉 Gewonnen hat das Finale SW Nürnberg Süd – SC Erlangen übrigens Erlangen mit 4:0 – als sie tatsächlich mit ein bisschen Oberligaverspätung antraten…
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Auf ein Neues im nächstes Jahr! Vielleicht wird das Turnier dann wieder “Eine Runde pro Monat” oder ähnlichem ausgetragen – nicht nur bei uns gab es ein wenig Organisationschoas beim Organisieren…
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